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MODE KUNST ARCHITEKTUR

Dieser Blog ist dem Material gewidmet, der Konstruktion, der Technik, der Opulenz und der Schönheit, dem Spektakulären, Aufregenden, Anekdotischen, den kleinen Details und dem großen Gesamteindruck, der Bewegung, der Farbe, dem Vergangenen und der Zukunft.

Donnerstag, 31. Januar 2013

Fashion Week Berlin - Tag zwei: Felix Fashion Night presents Mbrilliant by Matthias Maus

16.01.2013. Matthias Maus macht, was er will. Jedes Mal, wenn ich ihn treffe, hat er große Pläne, und jedes Mal, wenn ich ihn dann wieder treffe, hat er sie bereits umgesetzt. Er macht sich mit seinem Label Mbrilliant selbstständig, versammelt eine unglaubliche Entourage an Musen, jungen Prinzen und Artisten um sich und erfindet gegen alle minimalistischen Tendenzen Berlins glamourös glitzernde Outfits für junge Männer, die sich gerne einen spektakulären Auftritt auf den Tanzflächen und roten Teppichen der Welt gönnen. Seine weiblichen Musen hüllt Maus ebenfalls in Träume aus Tausend und einer Nacht. Mbrilliant wirft stets einen funkelnden Lichtstrahl vor sich her.

Im letzten Januar hatte ich Matthias Maus in seinem damals noch temporären Showroom besucht, den er anlässlich der Fashion Week Berlin eröffnet hatte (Link). Kurz darauf zog er mitsamt seines Labels in die Bundeshauptstadt und hat sich dort ganz offensichtlich gut etabliert. Im Rahmen der Fashion Week Berlin präsentierte Matthias Maus seine Kollektion nun unweit des Mercedes-Zelts am Brandeburger Tor, und zwar im Souterrain der Adlon-Rekonstruktion. Was er dort, im Felix Club Restaurant inszenierte, wo bereits Tarantino und Paris Hilton gefeiert haben, war schon eher ein ganzer Galaabend als nur eine Modenschau. Nach einem gesanglichen Auftakt von Jordan Valentine fand das Defilee in Form eines Fotoshootings statt und erinnerte an Maus’ erste, ebenfalls sehr performative Modenschau in Berlin im November 2011, bei der sich seine Models über einen Abend hinweg immer wieder auf einem Podest umgruppierten.

Dienstag, 29. Januar 2013

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - Tag zwei: Dimitri

Betrachtet man die aufwändig gestaltete Karte, der die Informationen zur aktuellen Herbst-Winter-Kollektion 2013/14 von Dimitrios Panagiotopoulus zu entnehmen sind, so fällt deutlich ein Bezug des Designers zum Phan- tastischen Realismus der Siebzigerjahre ins Auge. Ein grün-blaues Reich aus klirrenden Kristallen und polierten Smaragden ist dort zu sehen, das den Be- trachter in seiner Phantasie in ein geheimnisvolles unterirdisches Märchenreich führt, regiert von einer mächtigen, unterkühlten Schönheit. Mit der Karte in der Hand wartet man gespannt auf das Defilee, es wird dunkel und mit einem Donnergrollen tritt das erste Model in einem Lichtkegel auf den Laufsteg. Die Show beginnt und Dimitrios Panagiotopoulus hält mit seiner Kollektion, was er mit seiner Karte versprochen hat. Scharf geschnittene Outfits in Türkis-, Grün-, Grau- und Blautönen, flirrende Fransenkleider und All-over-Prints, deren Ornamente perfekt auf den Verlauf der Nähte abgestimmt sind. Das Farbklima ist der anvisierten Jahreszeit entsprechend kühl, die Materialien kostbar. Die Show des Labels Dimitri bietet in allen Details ein geschlossenes Gesamtbild und folgt einem Spannungsbogen, der mit der geheimnisvoll wirkenden Karte beginnt und sich über die Auswahl der Musik und der ganzen Inszenierung bis zum Gand Finale erstreckt.

Samstag, 26. Januar 2013

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - Tag zwei: La tente, ça te tente?*

* Das Zelt, verlockt es Dich?
Scissorella in Scissorella: mein aktueller Entwurf
Das Zelt, in dem die großen Modenschauen stattfinden, wird zweimal jährlich zwischen Brandenburger Tor und Siegessäule aufgestellt und schafft einen ganz speziellen, beinahe virtuellen Raum. Einfach so, ohne Teleportation oder Transzendenz, gelangt man über den Eingang des Zelts in eine andere Realität, die nichts mehr mit dem tatsächlich nur einige Meter entfernt stattfindenden Leben zu tun hat. Wer hier hereinkommt ist schön, oder zumindest wichtig. Auch wer nur eine Einladung zu einer einzigen Show hat, kann dennoch den ganzen Tag lang mit seinem sorgfältig ausgewählten Outfit den Zeltraum durchmessen und die Bedeutsamkeit des Geschehens, die Brisanz, in sich aufnehmen und noch wochenlang davon zehren.

Mit dem viel zitierten Bruce Darnell
Mit Rochachana-Designer Markus Merkel (Link)
Wie in einem 3D-Fellini-Film breitet sich das Szenario vor dem staunenden Flaneur aus, umgibt ihn und trägt ihn fort auf einer Woge von Individualismus, Anmut, Glanz, grellen Farben, Federn, Kunstpelz, Nieten, Strass, Goodiebags, Handtaschen, Wintermänteln, Ersatzschuhen, die schnell unauffällig gewechselt werden, Fotoapparaten, Stativen, TV-Moderatoren. In der Mitte der ringförmigen Laufstrecke verweilen die Bloggerinnen auf Sitzgruppen. Eifrig tippen sie Gesehenes in ihre Laptops um es in die Welt außerhalb des Zeltes zu schicken, in die Kinderzimmer der Daheimgebliebenen, die sich sehnsuchtsvoll über Ablenkung von den Schulaufgaben freuen. Die Schönen, die Dicken und die Nackten - sie sind alle da und amüsieren sich am Sektstand. Nur eine ist am ersten Tag der Woche zu nackt um eingelassen zu werden. Tags darauf, mit einem adäquaten Federkleid ist sie erfolgreicher. 

Rolf Scheider zu treffen freut mich jedes Mal!
Fasziniert wandele ich ebenfalls mehrere Tage lang in verschiedensten Outfits durch die Manege und freue mich, dass ich nicht nur von außen beobachte, sondern Leute treffe und wiedertreffe, die ich schon lange kenne und sich langsam diese unglaubliche Klassenfahrt-Atmosphäre breit macht. Man schaut sich zwar ernsthaft Mode an, in den großen Pausen wird jedoch gelacht und gekichert wie eh und jeh.

Nach den Schauen ist es wichtig, den Raum über den Laufsteg zu verlassen, inmitten eines Gedränges aus Prominenten und Fotografen.

Jetset mit Pan Am
Das Bild ändert sich ständig, die Besetzung wechselt andauernd. Da ist das nun angezogene Nacktmodel, einige Nachwuchsschauspieler, Modelagenten, eine bärtige Dame mit blauem Lidschatten auf hohen Absätzen, die sich als allseits bewunderter Modedesigner entpuppt, der TV-Makler mit seinem Sommermädchen 2011, Boys und It-Boys aus Düsseldorf und Berlin, Stylisten, Stewardessen – bei den Stewardessen muss ich kurz innehalten. Am zweiten Tag der Fashion Week mache ich in der Menge zwei ausgesprochen attraktive Flugbegleiterinnen aus, die zu einem Sonnenuntergangs-Cocktail in der Pan-Am-Lounge in West-Berlin einladen um auf diese Weise für die außergwöhnliche Event-Location über den Dächern der Stadt zu werben. Die gesamte Fashion Week wirkt, als läge ihr ein Drehbuch zugrunde, und so werden wir die Damen vom Flight-Service natürlich wieder treffen.

Freitag, 25. Januar 2013

Mercedes Benz Fashion Week Berlin - Tag zwei: Anja Gockel

Anja Gockel bleibt sich mit ihrer Show in zweierlei Hinsicht treu: Drapierungen und leuchtende Farben sind immer ihr Markenzeichen, aber auch die besondere Auswahl der Models ist ihr stets von Bedeutung. Der ehemaligen Westwood-Mitarbeiterin ist die Individualität der Trägerin ist ein großes Anliegen, weswegen sie ihre Entwürfe auch im Januar 2013 an ganz unterschiedlichen Mannequins zeigt. Das Brautkleid am Ende des Defilees für die Saison Herbst / Winter 2013 wurde dann auch von einem jungen Mann getragen.

Anja Gockel (Mitte) mit Max im Brautkleid, Rebecca Mir (links), Lexy Hell (rechts)

Panorama-Messe Berlin: Die Eröffnungsparty im Palais am Funkturm



Tag eins der Fashion Week Berlin: Der Nach- mittag in den Hallen des Flughafen Tempelhofs mit seiner streng-imposanten Architektur aus den Jahren 1936 - 41 fand seine Fortsetzung in der Eröffnungsparty der Panorama-Messe. Da die eigentliche Messe recht weit außerhalb direkt am Flughafen Schönefeld stattfand, hatte man zum Feiern das glamouröse Ambiente des Palais am Funkturm gewählt, dessen Eingangshalle ebenfalls aus den Dreißigerjahren stammt. So wiederholte sich am Abend sowohl der Look als auch der Flughafenbezug. Das Interessante am Palais am Funkturm ist, dass man vorne zu den Dreißigerjahren hineingeht und sich im Innern dann plötzlich in den Fünfzigerjahren befindet. 

Hinter der hochformatigen Eingangshalle mit ihrem Rhythmus aus schmalen, vertikalen Fensterstreifen breitet sich auf mehreren Ebenen ein opulenter Ballsaal aus, in dem angeblich schon Gina Lollobrigida Berlinale- parties gefeiert hat. Nun aber war Fashion Week und man hatte die Sängerin Nena als Stargast geladen. Im Publikum nahm man eine gewisse Begeisterung wahr und munkelte, dass man am Flughafen Schönefeld wohl eher ein etwas gesetzteres Publikum erwarte. „Umsatzstark und markenrelevant“ lautete schließlich auch der Slogan der Veranstalter.

Donnerstag, 24. Januar 2013

Berlin: Bread & Butter im Flughafen Tempelhof


Ein wenig glich das Einchecken am Flughafen Tempelhof einem Besuch der innerdeutschen Grenze und mein Gastgeber und ich waren sehr froh, als uns die strengen Damen in ihren dunkelgrauen Overalls endlich den Eingang zur Bread & Butter passieren ließen. Das Team von adidas Originals hatte uns zu ihrer Eröffnungsparty eingeladen und so erhielten wir Eintritt in den schier riesigen, strahlend hell ausgeleuchteten Hangar des Flughafens, in der die Streetwear-Messe seit 2009 stattfindet. Eine Halle öffnete sich hinter der nächsten und ein gigantisches Angebot an Modelabels breitete sich vor dem Besucher aus, überdacht vom türkisfarbigen Filigran der Hangar-Konstruktion. 



Nach dem Umtrunk bei adidas marschierten wir stundenlang die gesamte Messe ab und mein Gastgeber meinte beeindruckt, dass hier schon Marlene Dietrich gelandet sei. Etwas Unwirkliches haftet der Bread &Butter durchaus an und das Konzept ist ein deutliches Beispiel dafür, dass zur Präsentation von Mode eine interessante Architektur unabdingbar ist. Gerade in Berlin hat man ja einen Hang zum Eröffnen und Schließen von Flughäfen, und so fügte sich der nächste Punkt auf unserer Liste thematisch wunderbar an, die Eröffnungsparty der Panorama, einer frisch gegründeten Modemesse in den erst kürzlich entstandenen Hallen am Flughafen Schönefeld. Auch architektonisch setzte die Panorama-Party den Besuch im Flughafen Tempelhof fort: wir machten uns auf den Weg zum Palais am Funkturm, einer Mischung aus den Dreißiger- und Fünfzigerjahren. 

Mittwoch, 23. Januar 2013

MBFW Tag eins: Black Carpet / Zelt

Scissorella in Scissorella (Link)
Julian F.M. Stoeckel in Pfauenfedern und Rosen (Link)
Rotes Cape statt roter Teppich. Das Interieur passt.
  


Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - Tag eins: Rebekka Ruétz



Bei Rebekka Ruétz dominieren weich fallende Stoffe in leuchtendem gelb, changierendem senfgelb, apricot, schwarz und gedämpftem beige, das sich in den aus Bast geflochtenen Kopfbedeckungen der Models wieder findet. Chiffon trifft auf elastischen Samt und der Kälte des kommenden Winters wird mit schwarzen Kunstpelzjacken und -röcken getrotzt.

Dienstag, 22. Januar 2013

Mercedes-Benz Fashion Week Berlin - Tag eins: Lena Hoschek

Dienstag, 15. Januar 2013. Tag eins der Glitzerwoche beginnt mit dem Defilee von Lena Hoschek. Im Dauerlauf erreiche ich das Zelt am Brandenburger Tor und bin meiner Fitnesstrainerin dankbar für jede Stunde Luftboxen und Liegestütz. Ohne sie hätte die Show ohne mich stattgefunden. 

Lena Hoschek, die bekannt ist für ihre Vorliebe für die üppige Petticoat-Silhouette der Fünfziger- jahre, erweitert ihr Repertoire für die Saison Herbst / Winter 2013 um bodenlange Abendkleider mit deut- lichen Bezügen zu den Dreißiger- jahren. Insgesamt geht es zünftig zu bei der Show und zu den gestärkten knielangen Röcken mit rot-schwarzem Blumenmuster tragen die Mannequins schwere Stiefel, in denen sie im Takt eines Elektro-Polkas straff über den Laufsteg marschieren, die aber auch für eine sportive Berg- wanderung nicht verkehrt sind. Verbindendes Element zwischen den rustikal-eleganten Looks und den weich fließenden Abendkleidern in üppigem Gold sind Flechtfrisuren aller Art, die sich zu majestätischen Kronen auf den Häuptern der Damen auftürmten. Tiefe Rückendekolletés und Spitzenstoffe bilden ebenfalls ein wiederkehrendes Element. Lena Hoschek ist sich mit ihrer Kollektion treu geblieben und kombiniert ihren Hang zu Retro-Glamour mit kerniger Robustheit. Anstatt auf den Fünfzigerjahren liegt der Schwerpunkt nun jedoch im Bereich der Trachtenmode.

Mit Lena Hoscheks Kollektion kann man dem nächsten Winter durchaus kühn entgegentreten und ihn dorthin schicken, wo er hergekommen ist, in die sprichwörtlichen rauen Berge.

Montag, 21. Januar 2013

Fashion Week Berlin: Anreise durch eine kalte Winternacht


Die „recollection in tranquillity“ meiner Erlebnisse beginnt nun, nach einer Woche voller unglaublichster Sinneswahrnehmungen, Euphorie und einer sich zunehmend verwischenden Grenze zwischen Realität und Phantasie. Es war Fashion Week in Berlin, und ich habe bis zur letzten Sekunde teilgenommen an dem Taumel aus Farben, Formen, Selbstdarstellung, Opulenz und ständiger Überraschungen. Gestern Abend bin ich nach Düsseldorf zurückgekehrt und nun beginne ich, wieder am heimischen Schreibtisch sitzend, mit der Nachberichterstattung. Am Ende der Reise wurde sogar noch ein Leben gerettet, aber der Reihe nach. 

Montag, 14. Januar 2013

En route pour la couture

Diese Woche wird aufregend, seid also gespannt auf eine glamouröse Bildberichterstattung. Nachdem ich nächtelang genäht habe, kann das Abenteuer endlich beginnen.

Freitag, 4. Januar 2013

1952: Dior am Rhein - Die vergessenen Fotografien von Heinz Engels


Bevor Mitte Januar das neue Modejahr mit der Fashion Week Berlin eingeläutet wird, möchte ich noch einen Bericht lancieren, der, obwohl er mir sehr am Herzen liegt, aus unerklärlichen Gründen bisher unveröffentlicht blieb.   

Im August letzten Jahres sollte, wie man es aus der Vogue erfuhr (Link), in Bonn Bad Godesberg eine Ausstellung stattfinden, die auf ganz besondere Weise den Flair des Ortes mit der Geschichte der Bundesrepublik und dem ganz großen internationalen Modegeschehen der Fünfzigerjahre verband. Dazu muß man vielleicht vorausschicken, dass Bad Godesberg als Stadtteil der ehemaligen Bundeshauptstadt und mit seinen Gründerzeitvillen heute immer noch den Charme eines in die Jahre gekommenen Badekurorts ausstrahlt. Der Besucher wird, nachdem er den Jugendstilbahnhof verlassen hat, direkt von einem modernen Touristen-Informations-Pavillon begrüßt, der genau so auch im Los Angeles Silverlake der Fünfzigerjahre stehen könnte. Durch den weitläufigen Kurpark gelangt man, vorbei an der Stadthalle mit ihrem geschweiften Vordach und der angeschlossen Tanz- und Ausflugsterrasse und dem Rondell für die Chacha-Kapelle, zu der Redoute, einem Ballhaus, das noch aus kurfürstlicher Zeit stammt. Man spürt förmlich den Geist der damals noch jungen Bundeshauptstadt, den Aufschwung nach dem Krieg und die Nähe zu Neubauten wie dem Kanzlerbungalow von Sep Ruf und den modernen Verwaltungsgebäuden in Bonn.  
 
So ungewöhnlich es war, daß ein französischer Modeschöpfer so kurze Zeit nach dem zweiten Weltkrieg in Deutschland eine Modenschau zeigte, so ungewöhnlich war die Entstehungs- geschichte der gesamten Dior- Ausstellung. Jacqueline Francois-Poncet, die Frau des späteren fran- zösischen Botschafters von Berlin, lebte damals in Bad Godesberg und unterhielt gute Bezie- hungen zur Firma Dior. Sie leitete den Besuch Diors in die Wege, der nicht nur durch seine Modenschau die Völkerverständigung nach dem Krieg förderte, sondern auch einer der ersten französischen Unternehmer war, der in Deutschland produzieren ließ. Die Fotografien, die der damals dreiundzwanzigjährige Heinz Engels von der Schau machte, landeten schließlich im Bonner Stadtarchiv und gerieten mit der Zeit in Vergessenheit. Selbst im Hause Dior besaß man keinerlei Bilder der Reise an den Rhein.

Donnerstag, 3. Januar 2013

Zum Tode von Gerry Anderson: Moderne en miniature




Ende letzten Jahres starb mit Oscar Niemeyer einer der phantasievollsten Visionäre der modernen Architektur. In seinen Gebäuden manifestiert sich stets ein optimistischer Glaube an eine fortschrittliche Zukunft und weit über die Grenzen Brasiliens hinaus schuf er Bilder in unseren Köpfen, die sowohl von Technikbegeisterung als auch von exotischem Glamour erzählen. Was Niemeyer entwarf, war immer groß angelegt. Was kam ihm da mehr entgegen, als für die karge Steppenregion im Zentrum Brasiliens eine neue Hauptstadt zu entwerfen, deren Großformen mit der gesamten Landschaft kommunizieren? Was Niemeyer en gros leistete, das schuf Gerry Anderson en miniature.